Mit etwas Befremden muss man in den letzten Tagen die Kommentare lesen unter News, die von Umwälzungen in der Branche künden. Verträge, seien es Sponsoren, Redakteure oder Spieler laufen im Normalfall auf Jahresbasis. Einer dieser merkwürdigen Zeitabschnitte ging gerade vorüber, von daher sind damit einhergehende Veränderungen keineswegs ungewöhnlich.
Schade nur, dass alles etwas unorganisiert abläuft. Dass man verblichene Sponsoren nicht mit einer Abschiedsnachricht von der Seite entfernt - ok. Da mag z.B. bei mTw momentan mehr Frust als Dankbarkeit vorherrschen. Dass ein Carmac seinen Abschied von SK in seinem Facebook Profil bekannt geben muss, und dann in einem Rakaka Kurzinterview nachlegt - merkwürdig. Dass die FIFA-Twins mir nichts dir nichts ihr Team verlassen ohne öffentliche Äußerung - skandalös.
Zumal letzteres für ausgiebige Spekulationen sorgt, die man zumindest mal teilweise aufklären könnte. Dass der polnische ex-SK-Chefredakteur die Bekanntgabe seines neuen Arbeitgebers auf seinen Jobantritt aufschiebt, ist schon eher verständlich.
Gute Arbeit haben fragster und readmore bei den Geschichten geleistet. Schade hingegen, dass man sich nicht um O-Töne bemüht hat. Einzig zu Carmac wird es wohl in Kürze ein ausführlicheres Interview geben. Die anderen SK Storys (FIFA Twins, Xbox Team, Female Team) bleiben unkommentierte Randnotizen, genau wie die zahlreichen Sponsorenverluste (mousesports, fnatic, 4Kings, mTw). Die Auflösungserscheinungen bei GotFrag wurden zwar aus strategischer Sicht mit größtem Interesse verfolgt, allerdings nur mit zwei Schlagzeilen zu MIRAA und der Verlinkung meines Blogeintrags, der bereits Teile der Entwicklung vorwegnahm.
Diese schnelle, aber mäßig fundierte Berichterstattung finde ich etwas schade, wäre sie doch eine optimale Möglichkeit, sowohl auf fragster als auch auf readmore die bestenfalls durchwachsenen Jahresrückblicke vergessen zu machen und das derzeitige Contentloch ausgiebig zu stopfen.
Einen strahlenden Lichtblick gab es dann aber doch noch, und zwar strylicious' Artikel zu fleks' Rücktritt. Immens unterhaltsam geschrieben, mit vielen Anekdoten, die ich schon vergessen hatte, solide recherchierten Daten (die nicht leicht zu bekommen sind) und noch dazu einem Analyseversuch, der fleks' Schritt zu begründen versuchte. Und das sogar recht gut. Vermisst habe ich noch ein wenig die Einblicke in fleks' spielerische Qualitäten. Abseits dieses kleinen Kritikpunkts ein hervorragendes Stück eSport-Journalismus, das Lust auf mehr macht.
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Samstag, 3. Januar 2009
Dienstag, 18. November 2008
Im eSport ist immer Filmfestival
Auf ESReality findet sich ein Announcement zum Premierendatum der eSport-Doku "Beyond the Game", die auf dem Amsterdamer Doku-Filmfest dreimal gezeigt wird. Sowohl Baschi als auch Grubby haben gute Worte verloren über die Entstehung des Films und den niederländischen Regisseur Jos de Puter. Weitere Details finden sich auf der Beyond the Game Website.

Beyond the Games ist bei weitem nicht der einzige Dokumentarfilm, der Einblicke ins kompetitive Computerspielen vermitteln möchte. Unangefochtener Genrekönig ist selbstverständlich The King of Kong. Hier geht es zwar "nur" um Arcademaschinen, aber als eSportler kommt einem vieles im Film überaus bekannt vor. Die dramatischen Elemente waren so erfolgreich, dass Autor Seth Gordon bereits an einem Spielfilm zum gleichen Thema schreibt, der laut IMDb 2010 in die Kinos kommen soll.
Unterdessen wurde auf dem AFI Filmfest in Dallas dieses Jahr die Dokumentation Frag - The Movie präsentiert. Carmac begleitete das Ereignis mit Review und Interview. Ein Deutschlandstart ist offenbar nicht vorgesehen.
Unklar hingegen ist die Zukunft von Xtreme Quest, den ein Kamerateam aus Hollywood im Laufe der zweiten Intel Extreme Masters Saison gedreht hat. Ursprünglich sollte der Film Mitte 2008 veröffentlicht werden, davon ist bislang aber nichts zu sehen.
Doch nicht nur im Ausland wird fleißig gedreht. In Deutschland hat sich Daniel P. Schenk an Low Budget Spielfilmen versucht. Auf das erste Projekt "A Gamer's Day" folgte "The Cheat Report", das leider kommerzielle Erwartungen nicht erfüllen konnte. Zum Start brachte ich anno dazumal Filmkritik und Interview.
Weiterer Nachschub kommt aus dem Hause viaFilm. Ein Team bestehend aus Robert Ueffing, Farid Darraji und Philipp Niederlag verfolgte fast anderthalb Jahre lang das deutsche eSport-Geschehen mit Kameras und Mikrofon. Heraus gekommen ist ein rund ein-stündiger Dokumentarfilm, der aktuell den Titel "ProGamer" trägt. Wann und wo der Film erscheint ist noch unklar. Erste Einblicke können begeistern, vermittelt der Film doch ein packendes Portrait eines großen deutschen Teams, ganz im Stile klassischer Sportdokumentationen. Die Mischung aus Talking Heads und Impressionen funktioniert, zumindest für Szeneinsider. Wie der Film auf Außenstehende wirkt, müssen andere beurteilen.
Als eSportler guckt man sich die Filme letztlich eh alle an, sofern die Production Values halbwegs stimmen, und das tun sie bei allen oben genannten. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Produktionen, die in erster Linie von Clans oder Ligen finanziert werden. Was ich da bislang gesehen habe, war für sich genommen immer ganz nett, aber kann mit dem was ich von oben genannten Filmen gesehen habe nicht mithalten. Aber vielleicht irre ich mich, bin daher offen für Empfehlungen, gerne auch von älteren Filmen, die sich daran versuchen, eSport als solches im Allgemeinen oder Speziellen zu dokumentieren.
Beyond the Games ist bei weitem nicht der einzige Dokumentarfilm, der Einblicke ins kompetitive Computerspielen vermitteln möchte. Unangefochtener Genrekönig ist selbstverständlich The King of Kong. Hier geht es zwar "nur" um Arcademaschinen, aber als eSportler kommt einem vieles im Film überaus bekannt vor. Die dramatischen Elemente waren so erfolgreich, dass Autor Seth Gordon bereits an einem Spielfilm zum gleichen Thema schreibt, der laut IMDb 2010 in die Kinos kommen soll.
Unterdessen wurde auf dem AFI Filmfest in Dallas dieses Jahr die Dokumentation Frag - The Movie präsentiert. Carmac begleitete das Ereignis mit Review und Interview. Ein Deutschlandstart ist offenbar nicht vorgesehen.
Unklar hingegen ist die Zukunft von Xtreme Quest, den ein Kamerateam aus Hollywood im Laufe der zweiten Intel Extreme Masters Saison gedreht hat. Ursprünglich sollte der Film Mitte 2008 veröffentlicht werden, davon ist bislang aber nichts zu sehen.
Doch nicht nur im Ausland wird fleißig gedreht. In Deutschland hat sich Daniel P. Schenk an Low Budget Spielfilmen versucht. Auf das erste Projekt "A Gamer's Day" folgte "The Cheat Report", das leider kommerzielle Erwartungen nicht erfüllen konnte. Zum Start brachte ich anno dazumal Filmkritik und Interview.
Weiterer Nachschub kommt aus dem Hause viaFilm. Ein Team bestehend aus Robert Ueffing, Farid Darraji und Philipp Niederlag verfolgte fast anderthalb Jahre lang das deutsche eSport-Geschehen mit Kameras und Mikrofon. Heraus gekommen ist ein rund ein-stündiger Dokumentarfilm, der aktuell den Titel "ProGamer" trägt. Wann und wo der Film erscheint ist noch unklar. Erste Einblicke können begeistern, vermittelt der Film doch ein packendes Portrait eines großen deutschen Teams, ganz im Stile klassischer Sportdokumentationen. Die Mischung aus Talking Heads und Impressionen funktioniert, zumindest für Szeneinsider. Wie der Film auf Außenstehende wirkt, müssen andere beurteilen.
Als eSportler guckt man sich die Filme letztlich eh alle an, sofern die Production Values halbwegs stimmen, und das tun sie bei allen oben genannten. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Produktionen, die in erster Linie von Clans oder Ligen finanziert werden. Was ich da bislang gesehen habe, war für sich genommen immer ganz nett, aber kann mit dem was ich von oben genannten Filmen gesehen habe nicht mithalten. Aber vielleicht irre ich mich, bin daher offen für Empfehlungen, gerne auch von älteren Filmen, die sich daran versuchen, eSport als solches im Allgemeinen oder Speziellen zu dokumentieren.
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Sonntag, 2. November 2008
Playmate des Monats November
Props an Fragster für den richtigen Riecher. Es gibt Storys, die ziehen einfach, und das Playmate Interview ist ein Paradebeispiel. Nicht, dass man jetzt irgendwelche großartigen neuen Erkenntnisse gewinnt. Die Endlosdiskussionen sind aber ein deutliches Zeichen dafür, dass auch im eSport Raum für diese Geschichten ist.
Es ist schön zu sehen, dass im eSport eine Offenheit für Themen herrscht, die man im klassischen Sportjournalismus bisweilen vermisst. Dabei sollte man dem Inhalt der zahlreichen Kommentare nicht zu viel Bedeutung zu messen, spricht doch die reine Anzahl an Wortmeldungen eine wesentlich deutlichere Sprache.
Das Interview bietet dabei gleich zwei mögliche Diskussionsebenen, die in den Kommentaren leider stark vermischt werden. Man kann sich inhaltlich mit dem Interview auseinandersetzen, kann aber auch darüber philosophieren, inwieweit das Privatleben von Spielern Teil der Berichterstattung sein kann, darf, muss oder sollte.
Ich liebe diese Metadiskussionen. In eine ähnliche Kerbe schlug mein Special Boys Are From Mars, Girls Are From Venus. Auch wenn in den hitzigen Wortgefechten kaum eine Meinung die Oberhand gewinnen kann, so ist die Frauen-Thematik im eSport immer eine willkommene Auflockerung zwischen Zahlen und Ergebnisberichterstattung. Fragster hat den Fehdehandschuh in die Runde geworfen, man darf gespannt sein, wann auch andere Seiten einen Teil des Aufmerksamkeitskuchen abbekommen wollen. Man kann nur hoffen, dass die entsprechenden Verantwortlichen erkennen, dass eSport Themen-offen ist. Am Ende sollte doch nur der Erfolg einer Story zählen, und der dürfte hier schon fast automatisch gegeben sein.
On another note: Lob gebührt allerdings auch den Jungs von ESL TV, die durch Playmates Berufung zur Co-Moderatorin auf dem Intel Friday Night Game in Berlin das fragster-Interview erst möglich gemacht haben. Gerade hier hat jemand das exakt richtige Gespür an den Tag gelegt. Glückwunsch!
Es ist schön zu sehen, dass im eSport eine Offenheit für Themen herrscht, die man im klassischen Sportjournalismus bisweilen vermisst. Dabei sollte man dem Inhalt der zahlreichen Kommentare nicht zu viel Bedeutung zu messen, spricht doch die reine Anzahl an Wortmeldungen eine wesentlich deutlichere Sprache.
Das Interview bietet dabei gleich zwei mögliche Diskussionsebenen, die in den Kommentaren leider stark vermischt werden. Man kann sich inhaltlich mit dem Interview auseinandersetzen, kann aber auch darüber philosophieren, inwieweit das Privatleben von Spielern Teil der Berichterstattung sein kann, darf, muss oder sollte.
Ich liebe diese Metadiskussionen. In eine ähnliche Kerbe schlug mein Special Boys Are From Mars, Girls Are From Venus. Auch wenn in den hitzigen Wortgefechten kaum eine Meinung die Oberhand gewinnen kann, so ist die Frauen-Thematik im eSport immer eine willkommene Auflockerung zwischen Zahlen und Ergebnisberichterstattung. Fragster hat den Fehdehandschuh in die Runde geworfen, man darf gespannt sein, wann auch andere Seiten einen Teil des Aufmerksamkeitskuchen abbekommen wollen. Man kann nur hoffen, dass die entsprechenden Verantwortlichen erkennen, dass eSport Themen-offen ist. Am Ende sollte doch nur der Erfolg einer Story zählen, und der dürfte hier schon fast automatisch gegeben sein.
On another note: Lob gebührt allerdings auch den Jungs von ESL TV, die durch Playmates Berufung zur Co-Moderatorin auf dem Intel Friday Night Game in Berlin das fragster-Interview erst möglich gemacht haben. Gerade hier hat jemand das exakt richtige Gespür an den Tag gelegt. Glückwunsch!
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