Drei mal CeBIT, drei Mal Intel Extreme Masters Finals. Fast drei Jahre arbeite ich nun für Turtle Entertainment und breche am Montag zum dritten Mal für die Firma nach Hannover auf, um das Finale der weltumspannenden Turnierserie Intel Extreme Masters zu covern.
Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Masters entstanden sind. Ich war gerade wenige Wochen in Köln, als Baschi, der damals als league Oprations Manager mein Chef war, seine Pläne für diese Turnierserie darlegte. Das Ziel war hochgesteckt, und konnte nicht direkt umgesetzt werden.
Nicht weniger, als das bedeutsamste eSport-Turnier wurde geplant. Intel war mit an Bord, allerdings nur der europäische Ableger zur ersten Saison. Mit dessen Hilfe schafften wir es, eine mit 160.000€ gut dotierte Online-Saison vorzubereiten, die für damalige Verhältnisse etwas völlig Neues darstellte.
Kurz zuvor wurde die NGL One angekündigt, die sich zum einen gegen die ESL WC3L Series, zum anderen gegen die furchtbare ESL CSCL Series positionierte. Immer wieder in der ESL-Historie haben die Initiativen von Möchtegern-Konkurrenten dafür gesorgt, dass länger geplante Vorhaben realisiert wurden. Baschi wollte schon lange ein europäisches Turnier etablieren.
Er ist Fußballfan. Die Champions League ist das zentrale Turnier, dass fast das ganze Jahr über die besten Teams gegeneinander antreten lässt. Gerade im eSport ist so eine Turnierform ideal aufgehoben, so dass es nur ein kleiner Schritt war, die bestehenden Ligen zu etwas zu formen, dass dem Fußballkonzept entsprach.
So hatten die besten der damals noch wenigen ESL Pro Series in Europa direkt die Chance, an den Masters teilzunehmen, während alle anderen sich über lokale Qualifiert beweisen mussten.
Das Konzept ging auf, so dass wir wirklich alle guten CS-Teams und WC3-Spieler in einer Liga vereinen konnten. Sahnehäubchen und Indikator für die Ernsthaftigkeit waren vier Intel Friday Night Games. Die in der deutschen ESL Pro Series überaus erfolgreichen Events wurden für Hamburg, London, Paris und Stockholm angesetzt. Der erste Offline-Event überhaupt fand dann in Schweden statt.
Und da offenbarte sich, dass Turtle noch nicht bereit war für internationale Events dieser Größenordnung. Stockholm war vergleichsweise ein Flop. Eine niedrige, drei-stellige Zahl an Zuschauern vor Ort war der Gegebenheit nicht angemessen. Um weitere Peinlichkeiten zu vermeiden, wurde der Stop im für den eSport außerordentlich schwierigen Markt England durch einen in Russland ersetzt.
Dort war die ESL durch eine Kooperation mit der NPCL bereits aktiv vertreten, so dass man sicher sein konnte, Zuschauer anzuziehen. Nach einem erfolgreichen Halt in Paris ging es also nach Moskau. Im Februar, tiefster Winter. In der alterwürdigen Location auf dem Moskauer Messegelände, bewacht von Dutzenden Polizisten mit geladenen Maschinengewehren im Anschlag, spielte sich der wohl bislang bizarrste Offline-Event der ESL-Geschichte ab.
Hunderte Zuschauer mit vollem eSport-Enthusiasmus tummelten sich in dem Jahrhunderte alten Gebäude. Mit Equipment des russischen Staatsfernsehens wurde eine einmalige Show abgezogen, die bis heute ihresgleichen sucht. Der Event war trotz -30°C ein voller Erfolg.
Dem stand auch das Intel Friday Night Game in Hamburg in nichts nach. Im dortigen CCH fanden sich deutlich über 1000 Fans ein, um mousesports gegen NIP zu sehen. Kurze Zeit später kam es zum ersten Finale auf der CeBIT im Jahre 2007. Unfassbae Massen verfolgten, wie ToD und Pentagram erste Champions wurden.
Die zweite Season offenbarte dann erstmals das ware Potenzial des Turniers. Zwischenzeitlich etablierten sich zahlreiche ESL Pro Series in verschiedenen europäischen Ländern, so dass mehr und mehr klar wurde, dass hier eine wahre Champions League geboten wurde, die sich aus den besten der jeweiligen Länder zusammensetzte.
Auch gab es den ersten außer-europäischen Event in Turtles Geschichte. Im Oktober 2007 gab es auf der todgeweihten E for All die allererste Global Challenge, bei der sich die zwei besten nicht-Europäer für die CeBIT 2008 qualifizieren durften.
Los Angeles war das Highlight des Jahres. Unter schwersten Bedingungen wurde ein Event der Extraklasse aufgezogen. Die Stadt ist ein Traum, der schwer zu bezwingen ist. Die Kulturhauptstadt des Films, in der es nie regnet und die selbst im Herbst mit traumhaften Temperaturen aufwarten kann, entpuppte sich als das perfekte Spielfeld für den eSport. Die ESL war die erste Liga, die die Stadt mit einem großen Turnier eroberte, bevor die CGS der Stadt für immer einen schalen Beigeschmack gab.
In der zweiten Saison wurde erstmalig die internationale Tragweite des Turniers deutlich, wenn auch noch nicht voll entwickelt.
Das kam erst in der dritten Saison. Dubai, China, Korea, Kanada, zwei mal USA und mehrere Male Europa. Für Spieler wie Organisatoren wurden die dritten Intel Extreme Masters zur Weltreise. Exotische Locations, unvergessliche Erlebnisse und wechselnd spannende Turnierergebnisse lieferten den Stoff für eine grandiose Saison.
Geholfen hat, dass die ESL mittlerweile nicht nur in China und USA etabliert war, sondern auch dass fast ganz Europa mittlerweile Zugang zu ESL Pro Series hatte. Von August bis März gab es Woche um Woche hochklassige Matches, mit dem absoluten Megahighlight Oktober, das neben der Online-Saison drei Global Challenges zu bieten hatte.
In Los Angeles, Montreal und Dubai maßen sich die besten Spieler der Welt in epischen Kämpfen. Hin und her ging es, mit immer wieder unterschiedlichem Ausgang. Hier wurde die Stärke der Intel Extreme Masters offenbar. Alle, aber wirklich alle Topspieler wollten hier Titel erlangen, und dafür boten die Masters reichlich Möglichkeiten.
Ob in Continental Finals oder in Global Challenges, immer ging es um mehr als Geld. Es geht um Prestige. Und das ist es auch was die nächste Woche kommenden Global Finals so attraktiv macht. Nach einer acht-monatigen Saison wird der Champion gekürt. Hier winken nicht nur astronomische Preisgelder. Hier geht es ernsthaft darum, wer von sich behaupten kann, bestes Team der Welt zu sein.
Mit diesen ausgiebigen Online-Saisons, den zahlreichen Events und der ultra-harten Competition bekommen die Intel Extreme Masters eine derartige Bedeutung, dass man sich der Faszination des Turniers unmöglich entziehen kann. Wer hier gewinnt, wie mousesports letztes Jahr, bekommt einen derartigen Schub, dass alles möglich scheint.
Mit dem neuen fnatic, dem neuen We Made Fox, der Rückkehr von Spawn, und der unglaublichen Erfolgsserie von mousesports verspricht die CeBIT mit dem dritten Intel Extreme Masters Finals das ultimative Highlight des eSports 2009 zu werden. Ich freue mich daran teilnehmen zu dürfen. Mit einer komplett eigenen Halle haben die Masters nun auch den Raum, den sie verdienen. Ich glaube, das Turnier wird alles bisher dagewesene übertreffen, und den Weg ebnen für die Turnierform der Zukunft.
Eine über das ganze Jahr ausgedehnte Mischung aus kontinentalen Online-Turnieren, mit vorgeschalteten nationalen Meisterschaften, wiederholten Aufeinandertreffen der besten Teams der Welt und einem unvergleichlichen Finale, das das beste des eSports zu bieten hat. Ich bedauere jeden, der nicht die Möglichkeit hat, dieses Mega-Ereignis live mitzuverfolgen und zu genießen.
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Sonntag, 1. März 2009
Freitag, 5. Dezember 2008
EPS Finals - Mal wieder?
EPS Finals! Zum 2. Mal im Expo XXI, zum 6. Mal seit ich bei Turtle bin und meine 7. Finals insgesamt. So richtig gut kann ich mich an meine ersten Finals in Season 7 nicht mehr erinnern, aber ein Glück gibt es das Internet. Auf readmore habe ich da meine Eindrücke niedergeschrieben von meinen ersten Finals und damit auch von meinem ersten ESL-Event.
So ganz unerfahren war ich nicht mehr zu dem Zeitpunkt, wenn ich da meine Gedächtnisstütze in meinem SK Profil betrachte (danke an Carmac für die Idee):
- Games Convention 2005 / ENC / eSports Award, Leipzig
- CPL World Tour, Istanbul
- CeBIT 2005, Hannover
- CPL Winter 2004, Dallas
- WCG Germany Qualification 2004, Düsseldorf
- Games Convention 2005 / ENC / eSports Award, Leipzig
Klar gabs auf den Messen auch ESL Stände, aber das sind ja immer ganz andere Setups als die ESL Standalone Events. Dennoch staune ich ein wenig über meinen Artikel über die 7er Finals. Klar, es sind mehr Zuschauer, die Location ist größer, ich kenne mittlerweile TheKoenna, aber er moderiert nicht mehr.
Aber noch immer - oder sogar noch stärker - sind die ESL Pro Series Finals DER Treffpunkt für die deutsche Szene. Das hab ich heute schon gemerkt, als zahlreiche ESL Admins in unser Büro geströmt sind. Morgen kommen dann noch die ganzen Clan Manager, Spieler, Redakteure und Sponsorenvertreter hinzu. Händeschütteln alle 2 Meter garantiert.
Schön auch, dass von unserem damaligen Team noch fast alle dabei sind, wenn auch nur noch einer davon als readmore Redakteur:
- rumpel
- cyph
- datawave
- capo
- sot3k
- wixwiwa
rumpel und capo sind schon seit geraumer Zeit raus aus dem eSport, alle anderen sind morgen mit an Bord, wenn auch in anderen Rollen. Datawave ist mittlerweile Geschäftsführer bei EGM, der Firma hinter fragster. Sot3k ist nach abgeschlossenem Volontariat Student, jobbt aber weiter bei der ESL und unterstützt unsere Coverage. Wixi ist wieder Redakteur bei readmore nach zwischenzeitlicher Pause und cyph arbeitet Vollzeit bei Computec als Produktmanager.
Im Gegensatz zu früher bin ich jetzt selbst Teil des Establishments, kenne den Event wie meine Westentasche und spule mein Programm zwischen Meetings, Pressekonferenzen, Networking und Coverage ab. Dennoch bin ich gespannt, schließlich haben wir morgen zum ersten Mal unsere neue Coverage-Seite auf einem deutschen Event im Einsatz. Bei den letzten Intel Extreme Masters Events hat sie sich stark bewährt. Gut 400 News sind darauf erschienen über die 5 Events hinweg, die Klickzahlen waren extrem gut, um Längen besser als unsere alten Coverages. Angesichts des großen Interesses der deutschen Community und unseres wesentlich größeren Teams in Deutschlands eSport-Hauptstadt habe ich hohe Erwartungen.
Einer weiteren Kolumne zur Qualität des morgigen Events werde ich mich wohl enthalten aus Objektivitätsgründen. Im Finger jucken würds schon, und ich könnte mich in 3 Jahren ärgern, wenn ich nichts schreibe.
So ganz unerfahren war ich nicht mehr zu dem Zeitpunkt, wenn ich da meine Gedächtnisstütze in meinem SK Profil betrachte (danke an Carmac für die Idee):
- Games Convention 2005 / ENC / eSports Award, Leipzig
- CPL World Tour, Istanbul
- CeBIT 2005, Hannover
- CPL Winter 2004, Dallas
- WCG Germany Qualification 2004, Düsseldorf
- Games Convention 2005 / ENC / eSports Award, Leipzig
Klar gabs auf den Messen auch ESL Stände, aber das sind ja immer ganz andere Setups als die ESL Standalone Events. Dennoch staune ich ein wenig über meinen Artikel über die 7er Finals. Klar, es sind mehr Zuschauer, die Location ist größer, ich kenne mittlerweile TheKoenna, aber er moderiert nicht mehr.
Aber noch immer - oder sogar noch stärker - sind die ESL Pro Series Finals DER Treffpunkt für die deutsche Szene. Das hab ich heute schon gemerkt, als zahlreiche ESL Admins in unser Büro geströmt sind. Morgen kommen dann noch die ganzen Clan Manager, Spieler, Redakteure und Sponsorenvertreter hinzu. Händeschütteln alle 2 Meter garantiert.
Schön auch, dass von unserem damaligen Team noch fast alle dabei sind, wenn auch nur noch einer davon als readmore Redakteur:
- rumpel
- cyph
- datawave
- capo
- sot3k
- wixwiwa
rumpel und capo sind schon seit geraumer Zeit raus aus dem eSport, alle anderen sind morgen mit an Bord, wenn auch in anderen Rollen. Datawave ist mittlerweile Geschäftsführer bei EGM, der Firma hinter fragster. Sot3k ist nach abgeschlossenem Volontariat Student, jobbt aber weiter bei der ESL und unterstützt unsere Coverage. Wixi ist wieder Redakteur bei readmore nach zwischenzeitlicher Pause und cyph arbeitet Vollzeit bei Computec als Produktmanager.
Im Gegensatz zu früher bin ich jetzt selbst Teil des Establishments, kenne den Event wie meine Westentasche und spule mein Programm zwischen Meetings, Pressekonferenzen, Networking und Coverage ab. Dennoch bin ich gespannt, schließlich haben wir morgen zum ersten Mal unsere neue Coverage-Seite auf einem deutschen Event im Einsatz. Bei den letzten Intel Extreme Masters Events hat sie sich stark bewährt. Gut 400 News sind darauf erschienen über die 5 Events hinweg, die Klickzahlen waren extrem gut, um Längen besser als unsere alten Coverages. Angesichts des großen Interesses der deutschen Community und unseres wesentlich größeren Teams in Deutschlands eSport-Hauptstadt habe ich hohe Erwartungen.
Einer weiteren Kolumne zur Qualität des morgigen Events werde ich mich wohl enthalten aus Objektivitätsgründen. Im Finger jucken würds schon, und ich könnte mich in 3 Jahren ärgern, wenn ich nichts schreibe.
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Sonntag, 30. November 2008
CGS im Rückspiegel
Es fällt mir schwer mein Versprechen einzuhalten. Oder war es nur eine Drohung? Auch wenn ich zahlreiche Anmerkungen zur Berichterstattung über das CGS-Ende habe, sind meine Befürchtungen nicht zum Tragen gekommen. Mit wenigen Ausnahmen sind die CGS-Analysen und Nachrufe zu durchaus lesenswerten Textstücken geworden.
Bewundernswert dabei, wie sowohl SK-Gaming als auch cadred gleich mehrere Leute zu Wort kommen lassen. Ganz offenbar sahen einige Leute nun die Zeit gekommen, Klartext zu sprechen. Ob ein Post Mortem die richtige Gelegenheit für ehrliche Meinungen ist, sei dahin gestellt.
Im Grunde ist es schade für den Leser und wahrscheinlich auch für die CGS, dass erst jetzt ernsthaft öffentlich durchleuchtet wird, was hätte anders laufen müssen. Gewiss, die CGS hat von Szeneinsidern immer wieder Fingerzeige bekommen, und in der zweiten Saison auch einige Änderungen an der Strategie vorgenommen. Der vereinigte Holzhammer der treffenden Analysen von TheSlash, bds oder Dr. Gonzo hätte allerdings zu einem stärkeren Kurswechsel führen können.
Weniger spekulativ ist die Tatsache, dass man verdammt gut unterhalten wird. Pre gibt einen knackigen Überblick über seine Ansicht. Die GGL, wohlgemerkt direkter Konkurrent auf dem amerikanischen Markt, holt noch mal den Fehdehandschuh raus. "At its core, the CGS was not a league. It was a reality TV show..." Ein Satz dem schwerlich etwas hinzufügen zu ist.
Ich möchte noch eine Überschrift einer Newsmeldung nachreichen, die meinen Wettbewerb wohl locker gewonnen hätte:
Bewundernswert dabei, wie sowohl SK-Gaming als auch cadred gleich mehrere Leute zu Wort kommen lassen. Ganz offenbar sahen einige Leute nun die Zeit gekommen, Klartext zu sprechen. Ob ein Post Mortem die richtige Gelegenheit für ehrliche Meinungen ist, sei dahin gestellt.
Im Grunde ist es schade für den Leser und wahrscheinlich auch für die CGS, dass erst jetzt ernsthaft öffentlich durchleuchtet wird, was hätte anders laufen müssen. Gewiss, die CGS hat von Szeneinsidern immer wieder Fingerzeige bekommen, und in der zweiten Saison auch einige Änderungen an der Strategie vorgenommen. Der vereinigte Holzhammer der treffenden Analysen von TheSlash, bds oder Dr. Gonzo hätte allerdings zu einem stärkeren Kurswechsel führen können.
Weniger spekulativ ist die Tatsache, dass man verdammt gut unterhalten wird. Pre gibt einen knackigen Überblick über seine Ansicht. Die GGL, wohlgemerkt direkter Konkurrent auf dem amerikanischen Markt, holt noch mal den Fehdehandschuh raus. "At its core, the CGS was not a league. It was a reality TV show..." Ein Satz dem schwerlich etwas hinzufügen zu ist.
Ich möchte noch eine Überschrift einer Newsmeldung nachreichen, die meinen Wettbewerb wohl locker gewonnen hätte:
Sudden Death For CGS Game League (and we don't mean overtime)
Glückwunsch gamepolitics.com Hat alles was eine Überschrift braucht. Vielleicht ein bisschen zu lang, aber verfügt vor allem über eine gewisse Distanz zum Thema, die mir sehr zusagt.
Insgesamt war allerdings nicht alles gut in der Berichterstattung. Leider sind vor allem die deutschen Seiten nicht wirklich positiv aufgefallen. readmore beschränkt sich aufs Nacherzählen amerikanischer Quellen. Das mag letztlich auch eine redaktionelle Entscheidung gewesen sein, dennoch eine verschenkte Chance - das Thema war definitiv heiß.
Aber wenigstens hat readmore eine gewisse Lässigkeit an den Tag gelegt, die fragster abging. Nach einer eher durchwachsenen Analyse, folgte eine hochnotpeinliche Meldung zu einem angeblichen neuen Team 3D Lineup - ein Scoop der sich als Ente herausstellte. Aber wenigstens zeigte fragster später Mut zur ironischen Selbstkritik.
Wie gerne hätte man ein Statement von The_Tactical gehört, der seit seinem SZ-Interview zweifelsfrei den Titel des arrogantesten Pro Gamers trägt. (Danke an BeeemIt für den Hinweis) Ein paar Zahlenspekulationen. Eine realistische Analyse der US-Szene, die mal nicht die Hälfte der in der Zukunft wichtigen Player vergisst. Oder ein vernünftiger Pressespiegel. Aber den hab ich ja jetzt nachgereicht, wobei ich mich über lesenswerte Ergänzungen sehr freuen würde.
Insgesamt war allerdings nicht alles gut in der Berichterstattung. Leider sind vor allem die deutschen Seiten nicht wirklich positiv aufgefallen. readmore beschränkt sich aufs Nacherzählen amerikanischer Quellen. Das mag letztlich auch eine redaktionelle Entscheidung gewesen sein, dennoch eine verschenkte Chance - das Thema war definitiv heiß.
Aber wenigstens hat readmore eine gewisse Lässigkeit an den Tag gelegt, die fragster abging. Nach einer eher durchwachsenen Analyse, folgte eine hochnotpeinliche Meldung zu einem angeblichen neuen Team 3D Lineup - ein Scoop der sich als Ente herausstellte. Aber wenigstens zeigte fragster später Mut zur ironischen Selbstkritik.
Wie gerne hätte man ein Statement von The_Tactical gehört, der seit seinem SZ-Interview zweifelsfrei den Titel des arrogantesten Pro Gamers trägt. (Danke an BeeemIt für den Hinweis) Ein paar Zahlenspekulationen. Eine realistische Analyse der US-Szene, die mal nicht die Hälfte der in der Zukunft wichtigen Player vergisst. Oder ein vernünftiger Pressespiegel. Aber den hab ich ja jetzt nachgereicht, wobei ich mich über lesenswerte Ergänzungen sehr freuen würde.
Dienstag, 18. November 2008
CGS gehimmelt
Früher oder später als erwartet, aber irgendwie nicht so ganz überraschend, hat die CGS laut cadred ihren Betrieb eingestellt. Nicht nur, dass sich jetzt eine Menge US und UK Spieler über ihre Nichtteilnahme an dortigen Intel Extreme Masters und ESL Pro Series Turnieren ärgern dürften, nein, auch der Arbeitsmarkt wird mit zahlreichem, frischem Personal geflutet.
Viel mehr geflutet werden aber wohl die Szeneseiten. Jetzt dürfen sich all die Hobbypropheten unter den eSports-Redakteuren mit detail- und fantasiereichen Analysen zu Wort melden, in denen sie konstatieren, dass das Ende ja sowieso absehbar war, dass die Zeit nicht reif war für eine CGS, dass ihr Ende dem eSport schadet und all die anderen Euphemismen, die man in durchschnittlichen Nachrufen so findet.
Ich will diese Artikel nicht lesen, und das will auch keiner der anderen Szeneseitenleser. Klar, abseits einer News muss das Thema weiter bearbeitet werden. Interviews taugen auch nur bedingt, da garantiert wieder einige Leute auf ausstehende Gelder warten, und solange sich nicht trauen, Klartext zu sprechen (siehe auch: CPL).
Zahlen sind interessant. Midway hat ja bereits sehr anschauliche Rechenspiele mit complexity betrieben.
Personal- und Spielerlisten sind interessant. Welche Free Agents gibt es jetzt plötzlich auf dem Markt.
Eine genaue, kurz prägnante und vor allem ungeschönte Chronik der CGS Ereignisse von Anfang bis Ende wäre schön, am besten immer im direkten Vergleich Anspruch (siehe Pressemitteilungen) und Wirklichkeit (siehe Kommentare auf nicht-gekauften Szeneseiten).
Und es gibt sicher noch andere Möglichkeiten, an das Thema heranzugehen. Da keiner diesen Blog liest, werden wir wohl trotzdem in den nächsten Tagen mit unzulänglichen Nachrufen und Pseudoanalysen bombardiert werden. Allerdings habe ich gewarnt und werde daher alle erscheinenden Artikeln einem gnadenlosen Bullshittest unterziehen!
Viel mehr geflutet werden aber wohl die Szeneseiten. Jetzt dürfen sich all die Hobbypropheten unter den eSports-Redakteuren mit detail- und fantasiereichen Analysen zu Wort melden, in denen sie konstatieren, dass das Ende ja sowieso absehbar war, dass die Zeit nicht reif war für eine CGS, dass ihr Ende dem eSport schadet und all die anderen Euphemismen, die man in durchschnittlichen Nachrufen so findet.
Ich will diese Artikel nicht lesen, und das will auch keiner der anderen Szeneseitenleser. Klar, abseits einer News muss das Thema weiter bearbeitet werden. Interviews taugen auch nur bedingt, da garantiert wieder einige Leute auf ausstehende Gelder warten, und solange sich nicht trauen, Klartext zu sprechen (siehe auch: CPL).
Zahlen sind interessant. Midway hat ja bereits sehr anschauliche Rechenspiele mit complexity betrieben.
Personal- und Spielerlisten sind interessant. Welche Free Agents gibt es jetzt plötzlich auf dem Markt.
Eine genaue, kurz prägnante und vor allem ungeschönte Chronik der CGS Ereignisse von Anfang bis Ende wäre schön, am besten immer im direkten Vergleich Anspruch (siehe Pressemitteilungen) und Wirklichkeit (siehe Kommentare auf nicht-gekauften Szeneseiten).
Und es gibt sicher noch andere Möglichkeiten, an das Thema heranzugehen. Da keiner diesen Blog liest, werden wir wohl trotzdem in den nächsten Tagen mit unzulänglichen Nachrufen und Pseudoanalysen bombardiert werden. Allerdings habe ich gewarnt und werde daher alle erscheinenden Artikeln einem gnadenlosen Bullshittest unterziehen!
Montag, 10. November 2008
Und noch eine Spielemesse
Wie u.a. Spiegel-Online berichtet, planen Brancheninsiderkreise bereits eine neue Messe, die ab 2010 an den Start gehen könnte. Angeblich seien gamescom/Games Convention nicht europäisch genug. Vor einem Jahr noch hätte diese Meldung wohl keinen Menschen interessiert, aber das Wettrennen um die beste, größte, dollste Gaming-Messe inspiriert die Medien immer wieder, schürt das Thema doch klassische Ost-West Grabenkämpfe und jetzt sogar ein "Deutschland gegen den Rest Europas".
Ganz nüchtern betrachtet gibt es hier eigentlich nichts zu berichten. Leipzig wird spätestens im Frühjahr 09 ein Einsehen haben und die Games Convention absagen. Die gamescom wird die diesjährigen GC Besucherzahlen leicht übertreffen. Und auf europäischer Ebene wird es auf absehbare Zeit keine Gamesmesse geben. Die Schmach der ECTS hallt noch nach, während unbemerkt von der deutschen Presse z.B. in Italien verschiedene Konsum-orientierte Messen nennenswerte Erfolge feiern.
Für weitere Feldstudien zum Thema Spielemessen mache ich mich morgen auf ins Mutterland des eSports: Südkorea. Dort lockt in Seoul die Gstar 2008. Dort werden die kontinentalen WoW-Finals, die CS Südkoreafinals und ein WC3 Showturnier ausgespielt, alles im Rahmen der Intel Extreme Masters. Währenddessen wird dieser Blog ruhen, dafür werde ich auf unserer Coverageseite ausgiebig über die Veranstaltung berichten.
In der Woche drauf geht es dann für weitere Untersuchungen auf die VGExpo in Philadelphia, aber dazu später mehr!
Ganz nüchtern betrachtet gibt es hier eigentlich nichts zu berichten. Leipzig wird spätestens im Frühjahr 09 ein Einsehen haben und die Games Convention absagen. Die gamescom wird die diesjährigen GC Besucherzahlen leicht übertreffen. Und auf europäischer Ebene wird es auf absehbare Zeit keine Gamesmesse geben. Die Schmach der ECTS hallt noch nach, während unbemerkt von der deutschen Presse z.B. in Italien verschiedene Konsum-orientierte Messen nennenswerte Erfolge feiern.
Für weitere Feldstudien zum Thema Spielemessen mache ich mich morgen auf ins Mutterland des eSports: Südkorea. Dort lockt in Seoul die Gstar 2008. Dort werden die kontinentalen WoW-Finals, die CS Südkoreafinals und ein WC3 Showturnier ausgespielt, alles im Rahmen der Intel Extreme Masters. Währenddessen wird dieser Blog ruhen, dafür werde ich auf unserer Coverageseite ausgiebig über die Veranstaltung berichten.
In der Woche drauf geht es dann für weitere Untersuchungen auf die VGExpo in Philadelphia, aber dazu später mehr!
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Sonntag, 9. November 2008
Impressionen von den World Cyber Games
Ich war jetzt an drei Tagen auf der WCG in Halle 8 des Kölner Messegeländes. Insgesamt ist die Veranstaltung eine gewaltige Weiterentwicklung zum eher schäbigen Turnier im italienischen Monza 2006. Diesmal merkt man die Millionen deutlich, die in diese Leuchtturmveranstaltung von Samsungs Marketing investiert werden.
Die Technik auf der Bühne ist vom feinsten, das Branding edel, die Location für eSport-Verhältnisse nobel. Dennoch oder gerade deswegen kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass diverse falsche Entscheidungen das Gesamtbild trüben. Es hakt bei der Turnierorganisation, der Betreuung der Presse, bei den Spielbedingungen, der Übermittlung von Turnierergebnissen und den Möglichkeiten zum Zuschauen, sowohl vor Ort als auch von zuhause. Kurz: Beim Kern des Geschehens.
Zahlreiche Fehlentscheidungen und Skandälchen prägen das Turniergeschehen. Die deutsche Presse lobt die Stimmung, findet aber auch zahlreiche Kritikpunkte. Nachdem sich die klassische Presse vom Polittrubel in Amerika und Hessen erholt hat, finden auch einige Berichte den Weg in Zeitungen, TV-Sendungen und Online-Portale.
Unterhaltsam ist es allemal, auch wenn man besser nicht für CS auf die WCG fahren sollte. Meine wichtigsten Vorschläge für Verbesserungen wären wohl die folgenden:
Der ganz große Wurf war es jedenfalls nicht.
Die Technik auf der Bühne ist vom feinsten, das Branding edel, die Location für eSport-Verhältnisse nobel. Dennoch oder gerade deswegen kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass diverse falsche Entscheidungen das Gesamtbild trüben. Es hakt bei der Turnierorganisation, der Betreuung der Presse, bei den Spielbedingungen, der Übermittlung von Turnierergebnissen und den Möglichkeiten zum Zuschauen, sowohl vor Ort als auch von zuhause. Kurz: Beim Kern des Geschehens.
Zahlreiche Fehlentscheidungen und Skandälchen prägen das Turniergeschehen. Die deutsche Presse lobt die Stimmung, findet aber auch zahlreiche Kritikpunkte. Nachdem sich die klassische Presse vom Polittrubel in Amerika und Hessen erholt hat, finden auch einige Berichte den Weg in Zeitungen, TV-Sendungen und Online-Portale.
Unterhaltsam ist es allemal, auch wenn man besser nicht für CS auf die WCG fahren sollte. Meine wichtigsten Vorschläge für Verbesserungen wären wohl die folgenden:
- Ergebniseinblendungen auf der Bühne
- Einhaltung des Bühnenprogramms und nicht ständiger Wechsel der Matches
- CS auf der Hauptbühne
- Übermittlung der Ergebnisse in den Pressebereich
- Konsequente Regelung für Fotographen im Spielerbereich
- Genaueres Regelstudium der Admins vor dem Event
- eSport-beschlagener Moderator auf der Bühne
- Bessere Zuschaumöglichkeiten für die 98% der Matches, die auf keiner der Bühnen gezeigt werden
Der ganz große Wurf war es jedenfalls nicht.
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Donnerstag, 30. Oktober 2008
WCG - Die Ruhe vor dem Sturm?
Gerüchteweise findet hier in Köln nächste Woche das größte eSport-Turnier des Jahres statt. Große Vorfreude bemerke ich allerdings noch nicht. MYM ist die einzige Szene-Seite auf der ich heute überhaupt einen aktuellen Artikel zu den WCG gefunden habe. Alle anderen Seiten begnügen sich mit Coverage der chinesischen World eSports Masters.
Zu sehr steckt den Redakteuren wohl noch der heftige eSport-Oktober in den Knochen, der Woche um Woche die Weltelite in allen möglichen Spielen gegeneinander antreten sah. Insbesondere in Deutschland könnte sich die mangelnde Vorberichterstattung bemerkbar machen: Wenn es um die Besucherzahlen der WCG geht.
Zwar gab es in Köln bereits zwei ausgedehnte Plakatkampagnen, allerdings mit Motiven, die höchstens der Fachmann als Werbung für eine Sportveranstaltung identifizieren kann. Möglich, dass die Saturn Flächenwerbung etwas bewirkt, aber um den Kern der deutschen Zielgruppe haben sich die eSport-fremden Agenturen eindeutig zu wenig gekümmert.
Eine Kampagne auf der ESL-Seite wäre wohl ungleich effektiver gewesen als Straßenwerbung mit enormem Streuverlust. So bleibt die Befürchtung, dass die WCG nächste Woche eine Insider-Veranstaltung wird: Für Redakteure, die zahlreichen in der eSport-Branche arbeitenden Kölner und den harten Kern der eSport-Fans, die kein Event in der Umgebung verpassen und sich selbst bei einer Schulmeisterschaft einen Event-Award abholen.
Wie in den Jahren zuvor wird es in jedem Fall voll aussehen auf den Rängen: Rund 675 Spieler reisen nach Köln, die wenigsten davon werden sich lange im Turnier halten und können so wie gehabt als Zuschauer doublen.
Zu sehr steckt den Redakteuren wohl noch der heftige eSport-Oktober in den Knochen, der Woche um Woche die Weltelite in allen möglichen Spielen gegeneinander antreten sah. Insbesondere in Deutschland könnte sich die mangelnde Vorberichterstattung bemerkbar machen: Wenn es um die Besucherzahlen der WCG geht.
Zwar gab es in Köln bereits zwei ausgedehnte Plakatkampagnen, allerdings mit Motiven, die höchstens der Fachmann als Werbung für eine Sportveranstaltung identifizieren kann. Möglich, dass die Saturn Flächenwerbung etwas bewirkt, aber um den Kern der deutschen Zielgruppe haben sich die eSport-fremden Agenturen eindeutig zu wenig gekümmert.
Eine Kampagne auf der ESL-Seite wäre wohl ungleich effektiver gewesen als Straßenwerbung mit enormem Streuverlust. So bleibt die Befürchtung, dass die WCG nächste Woche eine Insider-Veranstaltung wird: Für Redakteure, die zahlreichen in der eSport-Branche arbeitenden Kölner und den harten Kern der eSport-Fans, die kein Event in der Umgebung verpassen und sich selbst bei einer Schulmeisterschaft einen Event-Award abholen.
Wie in den Jahren zuvor wird es in jedem Fall voll aussehen auf den Rängen: Rund 675 Spieler reisen nach Köln, die wenigsten davon werden sich lange im Turnier halten und können so wie gehabt als Zuschauer doublen.
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